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Olli
und Glück
Blitz und Donner, Dick und Doof, Borussia und Borbeck - Naturgesetzen
folgend oder aber als Teil unserer Gewohnheit - es gibt Paare, deren
Trennung uns unmöglich erscheint.
Es kann nun nicht mehr lange dauern, bis unser Hauptdarsteller in
untrennbarer Einheit mit dem Glueck verschmolzen sein wird, ja, bis
die
Menschheit sich das Maerchen von "Olli im Glueck" erzaehlt.
Bereits
in fruehester Jugend gelang es Olli mit seinem Glueck in
Gesellschaftsspielen zu glaenzen und auf diese Weise junge Verwandte
an
den Rand eines Monopoly-Suizids zu bringen.
Den Chefsessel in Omas Wohnzimmer regelmaessig mit 10.000ern zu
tapezieren, Runde fuer Runde mit traumwandlerischer Sicherheit jede
fremde Hotelanlage zu ueberspringen und stattdessen auf LOS, FREI PARKEN
oder schlimmstenfalls Ereignisfeldern zu landen - nicht ohne zu Beginn
des Spiels einmal das obligatorische "Ich-verlier-schon-wieder"-Seufzen
erklingen zu lassen - nein, Olli - mit Können und Falschspielen
alleine
kann das nicht erklaert werden.
In den
Folgejahren aeusserte sich die Intimfreundschaft zum Glueck
hauptsaechlich im schulischen Bereich. Ohne zu sehr ins Detail gehen
zu
wollen, sei nur kurz an Ollis Oberstufen-Zeit erinnert: Nicht jeder
kann von sich behaupten, dank eines hauchduennen Punkteueberschusses
und
ungeachtet einer letztmalig nicht greifenden Modalitaetsaenderung in
den
Besitz der Hochschulreife gelangt zu sein. Aber Hauptsache, "ABI
habi",
ne?
Voellig
ohne das Glueck auf seiner Seite zu wissen, waere Olli wohl auch
kaum in die Gnade eines Ausbildungsplatzes bei der WAZ gekommen. Als
alle Plaetze laengst vergeben waren, informierte sich unser Protagonist
beim Arbeitsamt; weitere Worte eruebrigen sich angesichts des heutigen
Beschaeftigungsverhaeltnisses bei der WAZ.
Spaetestens
beim evangelischen Kirchentag in Hamburg 1995 wurde allen
Beteiligten bewusst, welches Gluecksritterkaliber sie in Olli an ihrer
Seite hatten. Die Geschichte mit dem MOPO-Mann. Tag fuer Tag stand ein
Mitarbeiter der Hamburger Morgenpost an der S-Bahn-Station und hatte
eine einfache Frage, fuer deren korrekte Beantwortung jeder 10.
Mitspieler 100,- DM bekommen sollte. Wie heisst die Schlagzeile des
Tages? Tag fuer Tag bemuehten sich nun Olli und seine Begleiter. Da
man
selbst bereits zu fuenft war, musste es doch einfach irgendwann
gelingen. Der geneigte Leser wird das Ende der Geschichte wohl schon
erahnen - waehrend Ollis Begleitpersonal mit MOPO-Luftballons, -
Kugelschreibern und Achselzucken abgespeist wurde und schliesslich fast
bereit war, den ausgeschlossenen Rechtsweg zu gehen, beantwortete Olli
einfach die Frage und bekam 100,- DM in die siegessicher ausgestreckte
Hand gedrueckt.
Selbst
in den schwaerzesten Momenten seines nunmehr 30-Jahre-waehrenden
Lebens blieb Olli das Glueck treu. Einst unterschaetzte Olli in
jugendlichem Leichtsinn die Wirkung von Alkohol - und fuhr des Nachts
in
eine Tankstelle. Nein verletzt wurde er nicht. Und die Tankstelle wurde
nur beschaedigt und ist nicht explodiert. Auch Ollis Eltern hatten die
Tankstelle bereits eine Stunde zuvor und daher unbeschadet ueberquert.
Tja, und in der darauffolgenden Woche gelang es Olli beim TOTO-Tip
"abzuraeumen", so dass selbst der materielle Schaden zu verschmerzen
war. Noch Fragen???
Fuer das
Traumpaar "Olli und das Glueck" gilt auf jeden Fall dasselbe
Motto,
wie fuer das gute alte "Hopfen und Malz" -
Gott erhalt's!
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